Fotografie des Falzflyers für die Ausstellung «Gestaltet» des Museum Bruder Klaus Sachseln. Die Hülle meines Autos ist ein Kommunikationsraum. So mache ich immer wieder die Beobachtung, dass mir einerseits im Innenraum des Fahrzeugs Zettel und Stift fehlen, um Dinge «nach Aussen» zu notieren. Ebenso kommt es ab und an vor, dass dem Besitzer meines Autos Nachrichten ausgerichtet werden sollen. Parkbussen sind davon noch die langweiligsten Botschaften. Immer wieder wird also von mir (oder anderen) Papier beschriftet, das eben gerade da war und an die Scheibe geheftet. Das abgestellte Auto sollte gelegentlich sprechen können, kann es aber nicht.
Es stand vor einigen Wochen eine grössere Autoreparatur an und der Abschleppdienst hatte ebenfalls kein Papier dabei. Auf den Flyer wurden folgende Reparaturwünsche an die Autogarage notiert:
„TODOS
1. Diagnose Kupplung (beide Z. ersetzen?)
2. Öle tauschen
3. Swivels + Welle abschmieren
4. KV Seitentraversen links/rechts
5. Service
[Max: Telefonnummer]“
Der Flyer hat an sich keine besondere Bedeutung, ich fahre ihn seither auf dem Boden des Kofferraums herum. Das Bild des Flyers ist insofern von Bedeutung, als dass ich es soeben im Rahmen meines letzten Kurses für meinen Masterabschluss am Weihnachtsapero im Walter Benjamin Kolleg der Universität Bern hochlade. Die Reparatur des Wagens verlief übrigens problemlos und war teuer.

